Tether zufolge sind die mit dem Iran verbundenen USDT-Volumina um 94 % gesunken
Tether-CEO Paolo Ardoino sagt, dass das Transaktionsvolumen von mit Iran verbundenen Stablecoins seit 2023 um 94 % gesunken sei. Als Grund nennt er das Einfrieren von USDT-Adressen durch das Unternehmen. Tether habe die betreffenden Adressen im Durchschnitt vier Wochen vor den offiziellen US-Sanktionen der OFAC und den israelischen Sanktionen der NBCTF eingefroren und in 99 % der Fälle gehandelt, bevor Chainalysis die Adressen markiert habe.
Die Aussagen folgen auf eine Prüfung eines Unterausschusses des US-Senats, der 846 Wallets untersuchte, gegen die wegen Verbindungen zum Iran Sanktionen verhängt worden waren oder die zur Beschlagnahmung ins Visier genommen wurden. Dabei wurde festgestellt, dass 84 % der Wallets ausschließlich oder fast ausschließlich USDT nutzten. Der Ausschuss kritisierte Tethers Bilanz beim Einfrieren illegaler Wallets vor 2024 und forderte das Finanz- und das Justizministerium auf, die Sanktions- und Geldwäschebekämpfungspraktiken des Unternehmens zu untersuchen.
Tether zufolge unterstützte das Unternehmen 2026 das Einfrieren von Iran-bezogenem USDT im Wert von rund 550 Millionen US-Dollar, darunter mehr als 344 Millionen US-Dollar im April und über 130 Millionen US-Dollar im Juli. Die Zahl von 84 % des Senats misst die Nutzung von Vermögenswerten in den Wallets, während Tethers Angabe von 94 % einen Rückgang des Volumens im Zeitverlauf beschreibt. Tether hat weder die Methodik noch die Daten hinter dieser Behauptung veröffentlicht; sie lässt sich daher anhand der Stichprobe des Senats nicht unabhängig überprüfen. Für USDT-Händler unterstreicht die Nachricht die Befugnis des Emittenten, Vermögenswerte einzufrieren, sowie die regulatorische Prüfung, deutet aber auf keine direkte Veränderung des USDT-Preises oder des Marktangebots hin.
Neutral
Die Nachricht bietet keinen klaren direkten Preisauslöser für USDT, dessen Wert darauf ausgelegt ist, an den US-Dollar gekoppelt zu bleiben. Kurzfristig könnten die Prüfung durch den Senat und die Unsicherheit bezüglich Tethers Berechnung von 94 % die Aufmerksamkeit der Händler auf Compliance-Risiken, die Kontrolle durch den Emittenten und die Möglichkeit von Adresssperren lenken. In keiner der beiden Zusammenfassungen wird jedoch eine Veränderung der USDT-Bindung, des Angebots oder der Marktliquidität gemeldet. Daher gibt es keinen Hinweis auf eine anhaltende Preisbewegung.
Längerfristig könnten Belege für eine Zusammenarbeit von Tether mit Strafverfolgungsbehörden das Vertrauen von Institutionen und Nutzern stärken, die sich wegen illegaler Aktivitäten sorgen. Weitere Ermittlungen oder eine umfassendere Durchsetzung könnten umgekehrt Bedenken hinsichtlich zentralisierter Sperrbefugnisse und des Zugangs zu USDT wecken und dadurch die Nachfrage oder Liquidität an bestimmten Handelsplätzen beeinflussen. Dabei handelt es sich um regulatorische und operative Risiken, nicht um Hinweise auf eine unmittelbare Preisrichtung. Daher fällt die Einschätzung für USDT selbst neutral aus.