Tokenisierte Vermögenswerte müssen bis 2030 ihren Nutzen unter Beweis stellen

Sebastian Pulido, Leiter des Onchain-Asset-Managements bei Grayscale, sagt, dass der Sektor tokenisierter Real World Assets (RWA) bis 2030 weniger an der Zahl der ausgegebenen Vermögenswerte und stärker an ihrem praktischen Nutzen gemessen werden wird. Als wichtige Fortschrittsmaßstäbe nennt er verlässliche Preise, Liquidität und die Akzeptanz als Sicherheit. Der Wert von Onchain-RWA erreichte Ende Oktober 2026 39,3 Milliarden US-Dollar – ein Anstieg von mehr als 80 Prozent seit Januar. Große Emittenten wie BlackRock und Apollo trugen zum Wachstum bei. Einige tokenisierte Geldmarktfonds werden bereits als Margin akzeptiert. Dadurch können Händler Fondsanteile als Sicherheit nutzen und zugleich deren Rendite behalten. Pulido erwartet, dass die Abwicklung mit Stablecoins sowie verbesserte Handels- und Sicherheitensysteme eine breitere Akzeptanz unterstützen werden. Langfristig rechnet er damit, dass mehr Vermögenswerte nativ auf der Blockchain ausgegeben werden und transparente, häufig aktualisierte Daten in Kreditbewertungen einfließen. Für Händler wird entscheidend sein, ob tokenisierte Vermögenswerte mehr Liquidität, verlässliche Preise und eine breitere Akzeptanz bei Börsen und Kreditgebern erreichen – nicht nur, ob der Markt für tokenisierte Vermögenswerte wächst.
Neutral
Die Nachricht ist kurzfristig neutral für die Kryptomärkte. Pulidos Äußerungen sind eine Prognose dazu, wie tokenisierte Vermögenswerte aus der realen Welt bis 2030 bewertet werden könnten – keine unmittelbare Produkteinführung, regulatorische Änderung oder Verschiebung der Kapitalströme am Markt. Der Artikel enthält keine neuen Handelsdaten und keinen Auslöser, der die Kurse großer Kryptowährungen wahrscheinlich direkt bewegen würde. Die langfristigen Auswirkungen auf die Tokenisierungsinfrastruktur sind vorsichtig positiv. Wenn Börsen und Kreditgeber mehr tokenisierte Vermögenswerte als Sicherheiten akzeptieren und Preisfeststellung, Rücknahme und Abwicklung zuverlässig funktionieren, könnten diese Vermögenswerte stärker für den Handel und die Kreditvergabe eingesetzt werden. Das könnte die Nachfrage nach Onchain-Finanzdienstleistungen und der Abwicklung mit Stablecoins stützen. Der derzeitige RWA-Markt von 39,3 Milliarden US-Dollar und sein gemeldetes Wachstum bieten Kontext, doch die Größe allein belegt weder eine hohe Liquidität noch einen breiten Nutzen. Das im Artikel genannte Beispiel tokenisierter Geldmarktfonds, die als Margin eingesetzt werden, veranschaulicht einen möglichen Vorteil: Händler können Erträge erzielen und gleichzeitig Fondsanteile als Sicherheit einsetzen. Ähnliche Entwicklungen bei der Tokenisierung haben häufig das Interesse institutioneller Anleger geweckt, doch die Verbreitung hängt von der betrieblichen Zuverlässigkeit, der Liquidität und dem Vertrauen in die Rücknahme ab. Daher dürften Händler eher die tatsächliche Akzeptanz der Vermögenswerte als Sicherheiten, die Handelsvolumina und die Abwicklungsaktivität beobachten, als auf die Prognose selbst zu reagieren. Eine breitere Verbreitung könnte im Laufe der Zeit unterstützend wirken; Probleme bei der Preisfeststellung, Rücknahme oder Marktliquidität könnten hingegen das Vertrauen einschränken und das Risiko erhöhen.