Bitcoin unter Druck, während Tom Lee die KI-Aktienverkäufe nahe am Tiefpunkt sieht
Tom Lee, Mitgründer von Fundstrat und Vorsitzender von Bitmine, sagt, der Ausverkauf von KI-Aktien könnte sich einem Tiefpunkt nähern, warnt jedoch, dass die Märkte noch weiter fallen könnten. Seiner Ansicht nach ist die Nachfrage nach KI-Infrastruktur weiterhin hoch, während das Angebot begrenzt ist; Ausgabenbeschränkungen könnten das Wachstum verlangsamen, ohne den KI-Boom zu beenden. Die jüngsten Ergebnisse von Intel verdeutlichen dieses Spannungsverhältnis: Die Umsätze mit Rechenzentren und KI stiegen gegenüber dem Vorjahr um 78 Prozent auf 7,3 Milliarden Dollar, doch Fertigungsengpässe begrenzten das Angebot. Eine schwächere Umsatzprognose ließ die Aktie am Freitag um fast 30 Prozent fallen.
Lee sagte außerdem, die vergleichsweise begrenzte Reaktion von Bitcoin auf den Vorfall bei Binance könnte darauf hindeuten, dass ein Teil des Verkaufsdrucks bereits abgefedert wurde. Bitcoin fiel jedoch um etwa 4 Prozent auf rund 76.400 Dollar. US-amerikanische Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten Nettoabflüsse von 643,2 Millionen Dollar – den größten Tagesabfluss im Oktober – und gehebelte Positionen im Wert von mehr als 1,3 Milliarden Dollar wurden liquidiert. Binance bezifferte die Auswirkungen des Vorfalls auf etwa 6,3 Milliarden Dollar, erklärte, rund 3 Milliarden Dollar an betroffenen Vermögenswerten eingefroren zu haben, und sagte zu, Verluste mit Notfallreserven und Unternehmensmitteln zu decken. Die Indikatoren weisen auf erheblichen kurzfristigen Stress hin und bestätigen nicht, dass der Verkaufsdruck bei Bitcoin beendet ist.
Bearish
Die unmittelbare Kurswirkung ist für Bitcoin negativ, insbesondere kurzfristig. Der Rückgang von Bitcoin um rund 4 %, Mittelabflüsse von 643,2 Millionen US-Dollar aus Spot-ETFs und Liquidationen gehebelter Positionen in Höhe von mehr als 1,3 Milliarden US-Dollar deuten auf aktiven Verkaufsdruck, eine geringere Risikobereitschaft und die Möglichkeit weiterer Volatilität hin. Auch der Vorfall bei Binance sorgt für zusätzliche Unsicherheit, obwohl die Börse angibt, die betroffenen Vermögenswerte eingefroren zu haben und die Verluste zu übernehmen.
Lees Einschätzung, dass der Verkaufsdruck möglicherweise absorbiert wurde, bietet eine Gegenperspektive. Eine vergleichsweise begrenzte Reaktion auf einen Sicherheitsvorfall belegt jedoch keinen Kursboden. In der Vergangenheit konnten umfangreiche Liquidationen den kurzfristigen Abwärtsdruck verstärken, wenn gehebelte Positionen aufgelöst wurden, während ETF-Abflüsse auf eine schwächere institutionelle Nachfrage hindeuten können. Längerfristig könnten eine Stabilisierung der Kapitalflüsse und eine anhaltende Erholung der Nachfrage den Druck mindern; die derzeitigen Informationen allein bestätigen einen solchen Wandel jedoch nicht. Der Ausblick für das KI-Angebot ist für die allgemeine Risikostimmung relevant, begründet aber keinen direkten bullischen Katalysator für Bitcoin.