Trezor erhöht das Passphrasen-Limit nach Sicherheitsvorfall bei Coldcard

Trezor hat die Grenze für die optionale Wallet-Passphrase von 50 auf 128 Zeichen erhöht. Anlass waren Sicherheitsbedenken, die durch den Coldcard-Vorfall im Juli aufkamen. Die längere Trezor-Passphrase ist auf Model T, Safe 3, Safe 5 und Safe 7 verfügbar, sobald Nutzer Trezor Suite und die Firmware ihres Geräts aktualisiert haben. Beim Model One bleibt die Grenze bei 50 Zeichen. Eine Passphrase bietet zusätzlichen Schutz neben der Wiederherstellungsphrase und kann eine separate Wallet öffnen. Laut Trezor waren einige Nutzer, die von einer Firmware-Schwachstelle bei Coldcard betroffen waren, geschützt, weil die Angreifer ihre Passphrasen nicht reproduzieren konnten. Die Schwachstelle hatte Wiederherstellungsphrasen mit unzureichender Zufälligkeit erzeugt. Berichten zufolge wurden bei einem Diebstahl etwa 594 BTC aus rund 500 Wallets entwendet. Spätere, umfassendere Schätzungen bezifferten die Verluste auf rund 116 Millionen US-Dollar und mehr als 5.200 Adressen. Trezor warnt, dass eine vergessene oder falsch eingegebene Passphrase Nutzer dauerhaft von ihren Guthaben ausschließen kann. Unabhängig davon riet das Unternehmen Kunden, die seit März 2026 Geräte über CryptoBilis gekauft haben, ihre Vermögenswerte auf Wallets zu übertragen, die mit neuen Wiederherstellungsphrasen erstellt wurden. Anlass war der Bericht eines Kunden über eine mutmaßliche Manipulation der Hardware. Damit verbundene Verluste wurden nicht bestätigt. Die Passphrase-Änderung ist eine Aktualisierung der Wallet-Sicherheit und kein direkter Auslöser für Veränderungen der Kryptowährungspreise.
Neutral
Das Update betrifft die Sicherheit von Wallets und nicht das Angebot oder die Nachfrage nach Bitcoin, die Netzwerkaktivität oder die Marktliquidität. Daher hat es keine eindeutig direkte Auswirkung auf den BTC-Preis. Kurzfristig könnten Berichte über Sicherheitslücken in Wallets und Diebstähle zu Vorsicht oder vorübergehender Volatilität führen, während Händler die Verwahrungsrisiken einschätzen. Langfristig könnten bessere Optionen für Passphrasen und klarere Sicherheitspraktiken das Vertrauen in die Selbstverwahrung stärken, doch anhaltenden Kaufdruck auf Bitcoin dürften sie kaum erzeugen. Der Hinweis, dass verlorene Passphrasen den Zugriff auf Guthaben unmöglich machen können, sowie der unbestätigte Bericht über Manipulationen an Hardware unterstreichen die Notwendigkeit sorgfältiger Verwahrung, belegen jedoch keine wesentliche Veränderung der Marktgrundlagen.