Vietnam schlägt 0,1% Steuer auf Krypto-Transfers vor und setzt strenge Regeln für Exchanges
Das Finanzministerium Vietnams hat einen Entwurf eines Rundschreibens veröffentlicht, das einen umfassenden steuer‑ und regulatorischen Rahmen für digitale Vermögenswerte vorschlägt, und fordert öffentliche Stellungnahmen vor einem fünfjährigen Pilotprojekt (bis Sept. 2030). Schlüsselpunkte: 0,1% Einkommensteuer auf den Bruttowert jeder Krypto‑Übertragung für private Anleger (Inländer und Nicht‑Inländer), keine Mehrwertsteuer auf Übertragungen und Handel sowie 20% Körperschaftsteuer auf Nettogewinne für in Vietnam registrierte Unternehmen (Gewinn = Verkaufspreis − Kaufpreis − zugehörige Kosten). Ausländische Unternehmensinvestoren würden einer 0,1% Umsatzabgabe pro Transfer unterliegen. Der Entwurf setzt die steuerliche Behandlung von Krypto mit Wertpapierhandel gleich und verlangt, dass Börsen und Dienstleister Lizenzen mit strengen Auflagen erhalten, einschließlich eines Mindeststammkapitals von 10 Billionen VND (~400 Mio. US$) und einer 49%‑Grenze für Auslandsbeteiligungen. Während des Pilotprojekts müssen Emission, Angebot, Handel und Abwicklung in Vietnamesischem Dong (VND) erfolgen. Die Regierung verweist auf eine schnell wachsende digitale Wirtschaft und erwartet, dass die Regeln Onshore‑Börsenbetrieb, Liquidität und grenzüberschreitende Ströme prägen werden. Die öffentliche Konsultation ist offen; Behörden bitten um Input zu Erhebungs‑ und Durchsetzungsmechanismen. Händler sollten mögliche Auswirkungen auf Transaktionskosten, Onshore‑Liquidität und FX/grenzüberschreitende Abwicklung beachten, die Volatilität und Order‑Routing für Vietnam‑bezogene Kryptoaktivitäten beeinflussen könnten.
Neutral
Der Entwurf führt eine neue pro‑Transfer 0,1% persönliche Einkommen/Umsatzabgabe und eine strenge Onshore‑Lizenzierung ein, die Transaktionskosten und operative Hürden für Börsen erhöhen. Höhere Kosten pro Trade und die Vorgabe einer ausschließlich in VND abzuwickelnden Settlementpflicht könnten das Onshore‑Handelsvolumen und die Liquidität reduzieren und damit Druck auf lokale Spreads und Orderflow ausüben. Das deutet auf kurzfristigen negativen Druck für in Vietnam gelistete oder Vietnam‑zentrierte Krypto‑Handelsplätze sowie für lokale Token‑Listings hin. Die Steuerhöhe (0,1%) ist jedoch moderat und die Körperschaftssteuer für inländische Firmen bleibt unverändert (20%), sodass die Maßnahme die makroökonomische Nachfrage nach großen Kryptowährungen wie BTC oder ETH voraussichtlich nicht substanziell verändert. Der Pilotcharakter bis 2030, die laufende öffentliche Konsultation und Unsicherheit über die Durchsetzung machen die Ergebnisse unsicher — Händler könnten rund um Implementierungsdaten und Börsenanpassungen erhöhte Volatilität sehen, aber die langfristige globale Auswirkung auf die Preise großer Kryptowährungen sollte begrenzt sein. Insgesamt sind lokale Auswirkungen auf Liquidität und Handelskosten zu erwarten (bearish für Onshore‑Aktivitäten), jedoch eine neutrale Wirkung auf den breiteren Preistrend des Kryptomarkts.