Westpac begrenzt Zahlungen an Kryptobörsen auf 10.000 australische Dollar pro Monat

Westpac wird Zahlungen von Kunden an Kryptobörsen ab dem 1. Dezember auf 10.000 australische Dollar pro Monat begrenzen. Für dieses Limit werden Überweisungen von allen Westpac-Konten sowie Zahlungen über das Onlinebanking, die App und Kredit- und Debitkarten zusammengerechnet. Sobald Kunden das Limit erreicht haben, kann die Bank Zahlungen ablehnen, die sie als Zahlungen an Kryptobörsen identifiziert. Ausnahmen oder höhere Limits gibt es nicht. Die Regelung soll Betrug bekämpfen. Westpac verwies auf Zahlen des National Anti-Scam Centre, denen zufolge Kryptowährungen im vergangenen Jahr bei 46 Prozent der gemeldeten Betrugsverluste eine Rolle spielten. Zahlungen in Bankfilialen werden bereits nicht unterstützt; Überweisungen von Börsen auf Westpac-Konten sind dagegen nicht betroffen. Kunden, die Bitcoin im Wert von mehr als 10.000 australischen Dollar pro Monat kaufen möchten, müssen den zusätzlichen Betrag über eine andere Bank finanzieren.
Neutral
Die Maßnahme ist eine lokal begrenzte Bankbeschränkung und keine Änderung der Infrastruktur des Kryptomarktes oder der Vorschriften für digitale Vermögenswerte. Sie könnte es Westpac-Kunden erschweren, Geld auf Börsen einzuzahlen. Die monatliche Obergrenze von 10.000 A$ verhindert jedoch keine Überweisungen von Börsen auf Westpac-Konten, und für zusätzliche Käufe können Kunden andere Banken nutzen. Daher sind die voraussichtlichen Auswirkungen auf die allgemeine Kryptoliquidität und die Marktstabilität begrenzt. Kurzfristig könnten betroffene Kunden in Australien ihre Einlagen zu anderen Banken verlagern oder Zeitpunkt und Umfang ihrer Geschäfte anpassen. Die Richtlinie könnte den Zufluss zu lokalen Börsen etwas erschweren, dürfte für sich genommen aber weder die globalen Bitcoin-Preise bewegen noch umfangreiche Verkäufe auslösen. Ähnliche Bankbeschränkungen und Zahlungsprüfungen haben in der Regel den Zugang über bestimmte Institute stärker beeinträchtigt als den zugrunde liegenden Markt. Ihre Wirkung könnte jedoch zunehmen, falls weitere Banken vergleichbare Obergrenzen einführen. Langfristig könnte eine breitere Anwendung solcher Kontrollen die Zugangswege über Fiatgeld fragmentieren und die Handelskosten oder Verzögerungen erhöhen. Händler sollten die Reaktionen anderer australischer Banken sowie mögliche Veränderungen der Finanzierungsströme zu Börsen beobachten; dieser Bericht allein liefert kein starkes Richtungssignal.