Dreieck bei WTI-Öl versetzt Bitcoin-Trader in Alarmbereitschaft
WTI-Rohöl steht nach mehreren Wochen mit immer engeren Kursschwankungen vor einem Ausbruch. Dabei hat sich ein konvergierendes Dreieck zwischen etwa 93 und 105,50 Dollar je Barrel gebildet. Ein Anstieg über 105,50 Dollar könnte die Hochs vom März und April bei 117 bis 119 Dollar in den Fokus rücken. Ein Rückgang unter 93 Dollar würde auf einen Bruch der jüngsten Aufwärtsstruktur hindeuten. Dem Artikel zufolge ist der Ölpreis in diesem Jahr angesichts der Versorgungsrisiken im Nahen Osten um rund 80 Prozent gestiegen. Berichten zufolge geht die iranische Haushaltsplanung von einem Ölpreis von 130 Dollar je Barrel aus.
Die Richtung des Ölausbruchs ist für Bitcoin wichtig. Höhere Ölpreise könnten die Inflation anheizen, die Anleiherenditen auf hohem Niveau halten und die Erwartungen an Zinssenkungen der US-Notenbank Federal Reserve dämpfen – eine Belastung für Risikoanlagen. Seit Beginn des Konflikts ist die 30-Tage-Korrelation von Bitcoin mit Öl ins Negative gedreht und liegt bei -0,47. Die Korrelation mit dem Nasdaq 100 beträgt dagegen 0,64. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notierte Bitcoin bei rund 79.890 Dollar.
Ein Rückgang unter 93 Dollar könnte die Inflationssorgen lindern und Risikoanlagen, darunter Bitcoin, stützen. Händler beobachten den Ausbruch beim WTI, die Renditen US-amerikanischer Staatsanleihen und den Nasdaq nach Signalen. Das Dreieck gibt keine Richtung vor, weshalb der kurzfristige Ausblick für Bitcoin weiterhin von den weiteren Entwicklungen abhängt.
Neutral
Der Artikel beschreibt ein technisches Setup, keinen bestätigten Ausbruch, und WTI kann sich in beide Richtungen bewegen. Daher ist das unmittelbare Marktsignal neutral und nicht eindeutig bullisch oder bärisch. Die bedingten Risiken für Bitcoin unterscheiden sich dennoch: Ein anhaltender Anstieg über 105,50 US-Dollar könnte die Inflationssorgen erneut verstärken, die Treasury-Renditen hoch halten und Risikoanlagen belasten. Ein Rückgang unter 93 US-Dollar könnte diese Belastungen dagegen mindern und die Kryptomärkte stützen.
Kurzfristig könnten Händler auf den Ölpreis, die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen und die Bewegungen des Nasdaq reagieren. Die Volatilität könnte zunehmen, wenn sich das Dreieck auflöst. Die gemeldete Korrelation von 0,64 zwischen Bitcoin und dem Nasdaq deutet darauf hin, dass BTC weiterhin eher wie ein Wachstumswert als wie ein sicherer Hafen gehandelt werden könnte. Dass die Korrelation mit Öl seit Beginn des Konflikts auf -0,47 gesunken ist, macht Öl ebenfalls zu einem möglichen makroökonomischen Signal. Korrelationen können sich jedoch verändern und belegen keinen ursächlichen Zusammenhang.
Ähnliche Phasen steigender Energiepreise haben häufig die Sorgen über Inflation und Zinsen verstärkt und dadurch Technologieaktien und Kryptowährungen unter Druck gesetzt; sinkende Ölpreise haben diese Sorgen mitunter gemildert. Langfristig hängt die Wirkung auf Bitcoin davon ab, ob die Ölpreisbewegung anhält und wie sie Inflationserwartungen, Anleiherenditen und die Geldpolitik der Zentralbanken verändert. Händler sollten die genannten Preisniveaus als Szenarien und nicht als Garantien betrachten.