RLUSD treibt das Wachstum von Stablecoins auf XRPL an, doch die Nachfrage nach XRP bleibt unklar
Laut Blockworks Research stieg das Stablecoin-Angebot auf XRPL im dritten Quartal 2026 um 25,2 % auf einen Rekordwert von 1,03 Milliarden US-Dollar. Das Transfer-Volumen legte um 39,5 % auf 14,09 Milliarden US-Dollar zu. Den größten Anteil am Anstieg hatte RLUSD: Sein Angebot auf XRPL wuchs um 49,7 % auf 1,01 Milliarden US-Dollar und machte damit 98,1 % der Stablecoin-Liquidität auf dem Ledger aus. RLUSD wird zudem auf weitere Blockchains ausgeweitet, und während des Quartals lag zeitweise mehr von seinem Angebot auf Ethereum als auf XRPL.
Das Wachstum deutet auf eine zunehmende Stablecoin-Liquidität und -Aktivität auf XRPL hin, mit möglichen Einsatzbereichen wie der Rechnungsfinanzierung. Die Expansionspläne von Robinhood und C2FO sowie ein vorgeschlagenes Kreditprotokoll für XRPL könnten die Verbreitung fördern; ihre Auswirkungen sind jedoch noch ungewiss. XRP-ETPs verzeichneten im Quartal außerdem Nettozuflüsse von 355,3 Millionen US-Dollar, wodurch das verwaltete Vermögen auf 3,32 Milliarden US-Dollar stieg.
Eine stärkere Nutzung von Stablecoins auf XRPL bedeutet jedoch nicht zwangsläufig eine höhere Nachfrage nach XRP. XRP wird für Netzwerkgebühren und Kontoreserven benötigt, aber RLUSD-Nutzer müssen keine großen XRP-Bestände halten. Die Zahlen sind ein positives Signal für die Infrastruktur; die direkten Auswirkungen auf die XRP-Nachfrage bleiben jedoch unklar.
Neutral
Kurzfristig könnten ein Rekordangebot an Stablecoins und ein Rekord-Transfervolumen auf XRPL die Stimmung gegenüber dem Ledger verbessern und die Aufmerksamkeit auf Aktivitäten rund um XRP lenken. Die Zuflüsse von 355,3 Millionen US-Dollar in XRP-ETPs im Quartal sind ein separates positives Marktsignal, doch aus den Zusammenfassungen geht nicht hervor, dass sie durch das Wachstum der Stablecoins verursacht wurden. Da RLUSD an den US-Dollar gekoppelt ist und Nutzer für Gebühren und Reserven in der Regel nur eine begrenzte Menge XRP benötigen, führt eine höhere Stablecoin-Liquidität nicht direkt zu einem nennenswerten Kaufdruck bei XRP. Händler könnten die Daten daher als Hinweis auf das Wachstum des Netzwerks statt als klaren Preistreiber betrachten.
Längerfristig könnten die Expansion von RLUSD, mögliche Finanzanwendungen wie die Rechnungsfinanzierung und ein vorgeschlagenes Kreditprotokoll für XRPL den Nutzen des Ökosystems stärken, sofern die Akzeptanz zunimmt. Die Pläne von Robinhood und C2FO sowie das vorgeschlagene Protokoll sind jedoch kein Beleg für eine anhaltende Nachfrage. Auch der kurze Zeitraum, in dem Ethereum mehr RLUSD als XRPL hielt, zeigt, dass sich das Angebot zwischen Netzwerken verlagern kann. Insgesamt sprechen die Indikatoren für eine neutrale Einschätzung des XRP-Preises: Eine stärkere Infrastruktur und ETP-Zuflüsse sind konstruktiv, doch für einen nachhaltigen Aufwärtseffekt wären Belege nötig, dass die Aktivität zu einer höheren XRP-Nachfrage führt.